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Konstantspannungsquelle

Wie eine Quelle ihre Ausgangsspannung trotz wechselnder Last hält – Z-Diode, Linearregler, Schaltregler, Lastausregelung und Strombegrenzung.

5 Min. LesezeitKonstantspannungsquelleSpannungsanpassungSpannungsreglerZ-Diode

Ein Mikrocontroller will 3,3 V – nicht 3,1 V, wenn das Funkmodul gerade sendet, und nicht 3,6 V, wenn der Akku frisch geladen ist. Eine Konstantspannungsquelle liefert genau das: eine Ausgangsspannung, die weitgehend unabhängig vom Laststrom und von der Eingangsspannung bleibt. Sie ist die technische Annäherung an die ideale Spannungsquelle, und praktisch jede Elektronikschaltung enthält mindestens eine davon.

Was „konstant“ bedeutet

Im Ersatzschaltbild einer realen Quelle sinkt die Klemmenspannung um Ri · I, sobald Strom fließt. Eine Konstantspannungsquelle macht ihren Innenwiderstand so klein wie möglich. Erreicht wird das nicht durch dickes Kupfer allein, sondern durch Regelung: Eine Schaltung misst die Ausgangsspannung laufend, vergleicht sie mit einer stabilen Referenz und gleicht jede Abweichung aus.

Wie gut das gelingt, beschreiben zwei Kennwerte aus dem Datenblatt:

  • Lastausregelung (Load Regulation): Wie stark ändert sich die Ausgangsspannung, wenn der Laststrom von klein auf groß springt? Typisch sind einige Millivolt oder unter 1 %.
  • Netzausregelung (Line Regulation): Wie stark ändert sie sich, wenn die Eingangsspannung schwankt?

Teilst du die Spannungsänderung durch die Stromänderung, erhältst du den wirksamen Innenwiderstand der Quelle:

Ri = ΔUAΔIA

Auch eine frische Batterie oder ein einfaches Festspannungsnetzteil zählt im Alltag als nahezu konstante Quelle – solange ihr Innenwiderstand klein gegenüber der Last bleibt. Diesen Betriebsfall nennt man Spannungsanpassung: Der Lastwiderstand ist viel größer als der Innenwiderstand (RL ≫ Ri). Dann gilt

UK = U0 · RLRi + RL ≈ U0

Schon bei RL = 10 · Ri liegen gut 90 % der Leerlaufspannung an der Last, bei RL = 100 · Ri rund 99 %. Bei RL = Ri wäre es nur noch die Hälfte (das ist die Leistungsanpassung), und wird RL kleiner als Ri, bricht die Klemmenspannung zusammen.

Kennlinien einer idealen und einer realen Konstantspannungsquelle mit Strombegrenzung
Die Ausgangsspannung bleibt bis zum Grenzstrom fast waagerecht – dann greift die Strombegrenzung.

Einfachste Lösung: Z-Diode

Eine Z-Diode in Sperrrichtung hält ab ihrer Durchbruchspannung die Spannung nahezu fest. Zusammen mit einem Vorwiderstand entsteht eine einfache Stabilisierung: Der Vorwiderstand nimmt die Differenz zur Eingangsspannung auf, die Z-Diode leitet den Strom ab, den die Last gerade nicht braucht.

Stabilisierungsschaltung mit Vorwiderstand, Z-Diode und Lastwiderstand
Z-Diode in Sperrrichtung parallel zur Last: Der Vorwiderstand nimmt die Differenz zwischen Eingangs- und Ausgangsspannung auf.

Das funktioniert gut für Referenzspannungen und kleine Ströme, ist aber verlustreich: Auch ohne Last fließt der volle Strom durch Widerstand und Diode. Außerdem hat eine Z-Diode einen differentiellen Widerstand von einigen Ohm – für größere Lastsprünge ist das zu viel.

Linearregler

Ein Linearregler (z. B. 7805, LM1117 oder ein moderner LDO) enthält eine Referenzspannung, einen Fehlerverstärker und einen Längstransistor. Der Transistor wirkt wie ein automatisch nachgestellter Widerstand zwischen Eingang und Ausgang. Die überschüssige Spannung verheizt er:

PV = (UE - UA) · IA

Damit ist der Wirkungsgrad höchstens UA / UE. Von 12 V auf 3,3 V sind das nur gut 27 %.

Blockschaltbild eines Linearreglers mit Längstransistor, Fehlerverstärker, Referenz und Spannungsteiler
Der Fehlerverstärker vergleicht den Istwert vom Spannungsteiler mit der Referenz und stellt den Längstransistor nach – der dabei die überschüssige Spannung verheizt.

Wichtig ist die Dropout-Spannung: der Mindestabstand zwischen Ein- und Ausgang, damit der Regler noch regeln kann. Klassische Regler brauchen rund 2 V, LDOs (Low Dropout) oft nur 0,1 bis 0,3 V.

Schaltregler

Ein Schaltregler schaltet einen Transistor schnell ein und aus und speichert die Energie kurz in einer Spule und einem Kondensator. Statt die Spannungsdifferenz zu verheizen, wandelt er sie um. Wirkungsgrade von 85 bis 95 % sind üblich. Ein Abwärtswandler (Buck) senkt die Spannung, ein Aufwärtswandler (Boost) erhöht sie.

Prinzipschaltung eines Abwärtswandlers mit Schalter, Diode, Spule und Kondensator
Abwärtswandler (Buck): Der Schalter taktet, Spule und Kondensator glätten, die Diode übernimmt den Spulenstrom in der Ausschaltphase.

Der Preis: Die Ausgangsspannung trägt eine kleine Restwelligkeit im Takt des Schalters, und die schnellen Stromflanken können Störungen verursachen. Wie man damit umgeht, beschreibt der Artikel zur EMV.

EigenschaftZ-DiodeLinearreglerSchaltregler
WirkungsgradschlechtUA / UE85–95 %
Störungen am Ausganggeringsehr geringRestwelligkeit
AufwandminimalgeringSpule, Layout wichtig
Typische Strömeeinige mAbis ca. 1 Abis viele A

Strombegrenzung und Schutz

Eine ideale Spannungsquelle würde bei Kurzschluss unbegrenzt Strom liefern. Reale Konstantspannungsquellen begrenzen deshalb den Strom: Ab einem Grenzwert sinkt die Ausgangsspannung so weit, dass dieser Strom nicht überschritten wird. Beim Labornetzteil stellst du diese Grenze selbst ein – oberhalb davon arbeitet es als Konstantstromquelle. Die Anzeige „CV“ (constant voltage) wechselt dann auf „CC“ (constant current).

Selbsttest

Ein Linearregler macht aus 9 V eine Spannung von 5 V bei 200 mA. Wie viel Wärme entsteht?

PV = (9 V - 5 V) · 0,2 A = 0,8 W.

Was bedeutet Dropout-Spannung?

Den Mindestabstand zwischen Eingangs- und Ausgangsspannung, unterhalb dessen der Regler die Ausgangsspannung nicht mehr halten kann.

Warum ist ein Schaltregler effizienter als ein Linearregler?

Er speichert Energie in Spule und Kondensator und schaltet verlustarm, statt die Spannungsdifferenz im Transistor in Wärme umzuwandeln.