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Griechisches Alphabet in der Technik

Alle 24 griechischen Buchstaben mit Aussprache und typischer Bedeutung in der Elektrotechnik – von α wie Temperaturkoeffizient bis ω wie Kreisfrequenz.

4 Min. LesezeitGriechisches AlphabetFormelzeichenOmegaMikro

Spätestens beim ersten Datenblatt stolperst du über sie: τ, φ, η, Ω. Das lateinische Alphabet reicht für die vielen Größen der Elektrotechnik einfach nicht aus, also greift man seit jeher auf griechische Buchstaben zurück. Manche sind so fest belegt, dass du sie sofort erkennen solltest – Ω für Ohm, µ für Mikro. Andere haben je nach Fachgebiet mehrere Bedeutungen. Diese Seite ist zum Nachschlagen gedacht.

Das Alphabet mit seinen technischen Bedeutungen

GroßKleinNametypische Bedeutung in der Elektrotechnik
ΑαAlphaTemperaturkoeffizient, Winkel, Stromverstärkung in Basisschaltung
ΒβBetaStromverstärkung des Transistors (Emitterschaltung), Winkel
ΓγGammaΓ: Reflexionsfaktor; γ: Leitfähigkeit (ältere Schreibweise)
ΔδDeltaΔ: Differenz, Änderung (ΔU, Δt); δ: Verlustwinkel, Eindringtiefe
ΕεEpsilonPermittivität (ε0, εr)
ΖζZetaDämpfungsgrad (Regelungstechnik, Schwingkreise)
ΗηEtaWirkungsgrad
Θθ, ϑThetaΘ: magnetische Durchflutung; ϑ: Temperatur in °C; θ: Winkel
ΙιIotakaum verwendet
ΚκKappaelektrische Leitfähigkeit
ΛλLambdaWellenlänge, Leistungsfaktor, Wärmeleitfähigkeit
ΜμMyVorsatz Mikro (10⁻⁶), Permeabilität, Beweglichkeit
ΝνNyFrequenz (in Physik und Optik)
ΞξXiselten, Hilfsvariable
ΟοOmikronnicht verwendet – zu leicht mit O und 0 zu verwechseln
ΠπPiπ: Kreiszahl 3,14159…; Π: Produktzeichen
ΡρRhospezifischer Widerstand, Raumladungsdichte, Dichte
ΣσSigmaΣ: Summenzeichen; σ: Leitfähigkeit, Standardabweichung
ΤτTauZeitkonstante
ΥυYpsilonkaum verwendet
Φφ, ϕPhiΦ: magnetischer Fluss; φ: Phasenwinkel, elektrisches Potential
ΧχChimagnetische Suszeptibilität
ΨψPsiΨ: elektrischer Fluss, verketteter magnetischer Fluss
ΩωOmegaΩ: Einheit Ohm; ω: Kreisfrequenz

Viele Großbuchstaben sehen aus wie lateinische (Α, Β, Ε, Η, Κ …) und werden deshalb als Formelzeichen praktisch nie benutzt – man könnte sie nicht vom lateinischen Buchstaben unterscheiden.

Die Buchstaben, die du sofort kennen solltest

Ω (Omega groß) ist die Einheit des Widerstands, ω (Omega klein) die Kreisfrequenz ω = 2π · f. Beide tauchen in der Wechselstromtechnik oft in derselben Formel auf, etwa beim induktiven Blindwiderstand XL = ω · L.

µ (My) ist als Vorsatz Mikro allgegenwärtig: µF, µA, µs. Als Formelzeichen steht es für die Permeabilität, also wie gut ein Stoff ein Magnetfeld leitet (siehe Magnetische Größen).

τ (Tau) ist die Zeitkonstante beim Laden und Entladen eines Kondensators – nach τ ist er zu etwa 63 % geladen, nach 5 τ praktisch voll. Mehr dazu unter Kondensator im Gleichstromkreis.

Ladekurve eines Kondensators: 63 % nach τ, nahezu 100 % nach 5τ
Die Zeitkonstante τ in der Ladekurve: Nach τ ist der Kondensator zu 63 % geladen, nach 5τ praktisch voll.

φ (Phi) beschreibt die Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung; cos φ ist der Leistungsfaktor bei sinusförmigen Größen. Groß geschrieben, Φ, ist es der magnetische Fluss in Weber.

η (Eta) ist der Wirkungsgrad: abgegebene durch aufgenommene Leistung, stets kleiner als 1 (siehe Energie und Wirkungsgrad).

ρ (Rho) steht für den spezifischen Widerstand eines Werkstoffs, sein Kehrwert ist die Leitfähigkeit κ, σ oder γ – hier haben sich gleich drei Zeichen eingebürgert.

ε (Epsilon) ist die Permittivität, die bestimmt, wie stark sich ein elektrisches Feld in einem Material ausbildet – sie entscheidet über die Kapazität eines Kondensators.

λ (Lambda) ist die Wellenlänge im elektromagnetischen Spektrum, etwa 470 nm für blaues Licht. In der Energietechnik steht λ dagegen für den allgemeinen Leistungsfaktor P / S.

µ, Ω und das Problem mit der Tastatur

Auf der deutschen Tastatur erreichst du µ unter Windows mit AltGr + M, auf dem Mac mit ⌥ + M. Das Ω gibt es auf dem Mac mit ⌥ + Z, unter Windows über die Zeichentabelle. Wo gar kein Sonderzeichen geht, schreibt man u statt µ (2u2 für 2,2 µF) und lässt das Ω weg oder schreibt R bzw. „Ohm“ aus – wie bei der Kurzschreibweise 4k7.

Selbsttest

Wofür steht ω in der Wechselstromtechnik?

Für die Kreisfrequenz ω = 2π · f, gemessen in 1/s.

Was bedeutet η = 0,9 bei einem Netzteil?

Der Wirkungsgrad beträgt 90 %; zehn Prozent der aufgenommenen Leistung werden zu Wärme.

Welcher griechische Buchstabe bezeichnet die Zeitkonstante eines RC-Glieds?

τ (Tau), berechnet als τ = R · C.