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Ohmsches Gesetz

Wie Spannung, Strom und Widerstand zusammenhängen – die wichtigste Formel der Elektronik, mit Dreieck, Kennlinie und Rechenbeispielen.

3 Min. LesezeitSpannungStromWiderstandU = R · I

Wer eine Schaltung versteht, rechnet fast immer zuerst mit dieser einen Beziehung: Je höher die Spannung an einem Widerstand, desto größer der Strom, der hindurchfließt – und zwar genau im gleichen Verhältnis. Georg Simon Ohm hat das 1826 an Metalldrähten gemessen, heute steckt es in jeder Vorwiderstands-, Teiler- und Verlustrechnung.

Die Formel

Bei gleichbleibender Temperatur ist der Strom durch einen metallischen Leiter proportional zur angelegten Spannung. Der Proportionalitätsfaktor ist der Widerstand:

U = R · I

Je nachdem, welche Größe gesucht ist, stellst du um:

I = UR R = UI
GrößeFormelzeichenEinheit
SpannungUVolt (V)
StromIAmpere (A)
WiderstandROhm (Ω) = V/A
Stromkreis mit 9-V-Batterie, Widerstand und Strommesser
Ein einfacher Stromkreis: 9 V an 450 Ω treiben 20 mA durch den Widerstand.
Drei Stromkreise mit 100 Ω an 1 V, 2 V und 4 V mit 10 mA, 20 mA und 40 mA
Proportionalität: Bei gleichem Widerstand wächst der Strom im selben Verhältnis wie die Spannung.

Das Dreieck als Eselsbrücke

Schreib U oben in ein Dreieck, R und I nebeneinander darunter. Deckst du die gesuchte Größe ab, bleibt die Rechnung stehen: U abgedeckt ergibt R · I, I abgedeckt ergibt U geteilt durch R.

URI-Dreieck mit U oben, R und I unten
Das URI-Dreieck: Abdecken, was du suchst – der Rest ist die Formel.

Rechenbeispiele

Schaltplan: 5 V, 220-Ω-Widerstand mit 3 V und LED mit 2 V, Strom etwa 14 mA
Das LED-Beispiel: Am 220-Ω-Widerstand liegen 3 V, es fließen knapp 14 mA.

Rechne immer in Grundeinheiten oder achte darauf, dass die Vorsätze zusammenpassen: kΩ mal mA ergibt direkt Volt, weil sich 10³ und 10⁻³ aufheben.

Willst du den Zusammenhang selbst nachmessen, denk daran, dass Strom- und Spannungsmesser einen eigenen Innenwiderstand haben und das Ergebnis leicht verfälschen. Bei kleinen Widerständen misst du die Spannung deshalb direkt am Widerstand, bei großen den Strom direkt im Widerstandszweig – mehr dazu unter Richtig messen: Grundregeln.

Rechner

Ohmsches Gesetz und Leistung

Leistung am Widerstand: 180 mW · Eingaben wie „4k7“, „20 mA“ oder „0,5“ sind möglich.

+−R = 450 ΩU = 9 VI = 20 mAUI15 V30 mA09 V20 mASteigung 1/R

Die Kennlinie

Trägst du den Strom über der Spannung auf, ergibt ein ohmscher Widerstand eine Gerade durch den Nullpunkt. Je steiler sie ist, desto kleiner ist der Widerstand. Bauteile, bei denen das nicht gilt – Dioden, Glühlampen, Heißleiter –, heißen nichtlinear. Das Ohmsche Gesetz im engeren Sinn gilt nur für lineare (ohmsche) Widerstände, deren Wert unabhängig von Spannung und Strom ist. Bei nichtlinearen Bauteilen kannst du R = U / I zwar ausrechnen, das Ergebnis gilt aber nur für genau diesen Arbeitspunkt, nicht über den ganzen Bereich.

I-U-Kennlinien von zwei Widerständen und einer Diode
Kennlinien: Widerstände sind Geraden, die Diode ist es nicht.
I-U-Kennlinie einer Glühlampe als abflachende Kurve neben der Geraden eines linearen Widerstands
Die Glühlampe ist nichtlinear: Mit steigender Spannung wird der Faden heißer, der Widerstand steigt, die Kurve flacht ab.

Selbsttest

An einem 1-kΩ-Widerstand liegen 12 V. Wie groß ist der Strom?

I = 12 V / 1000 Ω = 12 mA.

Was passiert mit dem Strom, wenn du die Spannung halbierst?

Er halbiert sich ebenfalls – der Widerstand bleibt gleich.

Warum gilt das Ohmsche Gesetz bei einer Diode nicht allgemein?

Ihre Kennlinie ist keine Gerade; der Widerstand hängt vom Arbeitspunkt ab.